Schwestern.

Das Schilf

vom Wind gestreichelt

Das Wasser

am Ufer gelandet

Das Gesicht

Von der Sonne gewärmt

Mein Lächeln

Von Erinnerungen beseelt.

Der Abend

von offenem Wort begleitet.

Dein Lachen

vom Herz in Empfang genommen.

Gesten

von je her dieselben.

Tiefe Stimme

von Erfahrung gekrönt.

Schmerz

den du getragen

Kraft

aus dir geboren.

Deine Welt

von Dir geschaffen.

Deine Fürsorge

von Liebewesen empfangen.

Seelen

Verbundenheit fühlend

Zeit

sie rennt dahin.

Treue

Mit den Jahren gealtert

Du und ich

bis zum Ende.

 

 Septemberkinder.

Ich glaube, es tut gut zu schreiben

Wenn man traurig ist

Und Erinnerungen nicht vergisst.

Ich glaube, es irgendwann zu tun,

lässt die Seele endlich ruh’n.

Ich glaube, dass es vielen ähnlich geht

Ich glaube, dass ein Leben ohne Kinder geht,

ich war Anfang 40, es war so spät.

Ich glaube, dass mancher sich Trauer versagt,

jedoch innerlich unweigerlich verzagt.

 

Mein Leib kämpfte, von mir umarmt -wir verloren beide.

Finale Wehe – unvergessen

Ich glaube, das war mein größter seelischer Schmerz,

Nichtverständnis wichtig tuerischer Mütter - vermessen.

Ich glaube, Wut hat damals lange neben mir gesessen.

Einzig die Worte aus dem Herzzentrum einer Frau,

sitzend auf einer Bank, sie spürte meine Traurigkeit,

und ich war für offene Worte bereit:

„Jede Frau, die ein Kinde... in sich trage bis zum Ende,

sei’s durch Geburt oder frühen Abschied,

hat ein Recht auf Trauer, seien’s 20 oder 200 Tage.

Jede braucht ein ander’ Schmerzenslied,

habe es 8 oder 80 Strophen.

Niemand habe ein Recht zu befinden,

die Trauer endlich zu beenden.“

 

Gütig weilte mein Mann an meiner Seite,

irgendwann war es so weit, es kam die Abschiedszeit.

Ich gedachte weiser Worte „Zeit heilt alle Wunden“

und fügte eigene hinzu: „Du musst es nur zulassen“.

Die Erfahrung war schmerzlich und auch entsetzlich schön:

Ich war schwanger. Ich konnte empfangen.

 

Viele Jahre später, es war bei einer der Blutspenden

Fiel mir die Frage auf und ich setzte das Kreuz bei  Ja, schwanger gewesen.

Der Arzt fragte „Haben sie normal geboren?“

Er war verblüfft ob meiner Antwort: „Nein ich hatte Fehlgeburten.“

Es gibt keinen Grund, sie nicht zu wähnen.

Ich glaube, damals habe ich ihnen ein Denkmal gesetzt.

unseren Septemberkindern.

 

 

 

Erinnerung.

 

Sie hört nie auf,

die Erinnerung.

Die eine freut und erinnert

An dein blondes Fell

Und dunkle Augen,

an den Gang

des alten Hundemädchens.

 

Die andere erzählt,

wie schwer der Entscheid gewesen,

wie oft ich in Gedanken

Abschied genommen,

berichtet von Hoffnung, die starb

und mir abverlangte,

was zu tun beinah mein Herz sprengte.

 

 

 

Ausgeliefert.

 

Es hört nie auf,

zu wissen,

was sie wusste,

als Kind,

nicht als Frau.

Sie hört nie auf,

die Erinnerung daran,

wie „ausgeliefert“

sich anfühlt.

 

 

 

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